J.R.H.S. , 2026

Was passiert eigentlich, wenn der Träumer bei einer Illustration unzufrieden ist? So passiert bei der letzten KI-Illustration auf der Traumdatenbank 2.0. Weil ich den Prozess zwischen manueller und digitaler Bildwerdung interessant fand, möchte ich diesen hier kurz schildern:

Mit folgendem Prompt hatte ich die KI gefüttert, nachdem was ich von der Erzählung der Träumerin in Erinnerung behalten hatte. „Gestalte eine Traumillustration im Stile der www.Traumdatenbank.de : Darin gibt eine Theaterpädagogin etwas geknickt einen theaterpädagogischen Kurs mit 4 Teilnehmern. Hinter einer Glasscheibe steht der verstorbene Bruder der Theaterpädagogin. Er ist ein wenig kleiner und steht aufrecht, während er dem Kurs zuschaut.“

Daraufhin wurde die Erzählung mit folgenden Worten korrigiert und ich fertigte eine Tuschezeichnung danach an – auch weil mich der Bruder an den iranischen Dichter Fereydun Farrochsad erinnerte, der im Exil in Deutschland ermordet wurde:

„Ich sagte ja, dass ich mich wohlfühlte. Gleiche Augenhöhe. Vielleicht war Kursende.“

Eigentlich wäre es schön, wenn mit der Nutzung der Traumdatenbank eine positive Auseinandersetzung mit Traumerleben geschieht. Ich kann verstehen, dass dies hier leider nicht der Fall war… Um dies zu verstehen, hat mir Professor Reinhard Pietrowsky von der Universität Düsseldorf geholfen: In seiner Imagery Rehearsal Therapy (IC) geht es darum, einem nächtlichen Traum ein neues, gutes Ende zu geben. Dazu ruft man sich zum Beispiel einen Albtraum in Erinnerung und schreibt in der Fantasie das innere Drehbuch so um, das die angsteinflößenden Szenen entschärft werden. In diesem Falle habe ich es mit der KI-Illustration eher umgekehrt gemacht – daher folgte darauf die Tuschezeichnung.

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