Jana H., 1999

Seit Tagen träume ich von einem Mann, den ich mal in einem Chatroom traf, ich träume, daß wir uns küssen, obwohl ich einen festen Freund habe. Das erste mal hatte ich diesen Traum, als ich die kleine virtuelle „Affaire“ mit ihm beendet habe. Ich muß dazu sagen, ich habe diesen Mann noch nie gesehen, wir telefonieren am Tag mehrere Stunden, haben auch schon Fotos voneinander gesehen. Er gefällt mir, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich nicht doch ein wenig in ihn verliebt bin. Er ist es aber 100% in mich. Ich träume immer wieder das gleiche, wir gehen zusammen spazieren auf einer wiese, er fängt auf einmal an schnell zu laufen, ich versuche ihn einzuholen, wir fallen hin und küssen uns. Mehr passiert nicht…nach dem Kuß wache ich immer auf. Normaler weise schenke ich solchen Träumen keine Achtung, aber er kommt seit einer Woche jede Nacht…

K.W. , 2019

Ich gehe aus dem Haus.  Eine Allee entlang.  Alles ist schwarz weiß.  Niemand sonst ist auf der Strasse, obwohl es Tag ist. Ich höre Kinderlachen ganz nah, aber sehe sie nicht.
Das Geräusch eines hüpfendes Balls ist zu hören. Die Kinderstimmen sind weg. Es ist wieder totenstill, bis auf das Geräusch des hüpfenden Balls.
Wind fährt durch die kahlen Äste  der Bäume und das Geräusch des Balls wird lauter.
Plötzlich sehe ich ihn. Knallrot rollt er hüpfend über die Strasse.
Kein Kind weit und breit. Ich bin alleine.  Der Ball leuchtet hell.

Petra, 1999

Zur Erklärung: Früher war ich mal schlank , heute nach der Geburt
unserer Kinder habe ich meine Figur verloren.
Der Traum: Mein Mann steigt aus einem Flugzeug. Ein Engel zeigt ihm
zwei Frauen die genausuo wie ich aussehen, nur einmal schlank und
einmal mollig. Er sagt zu ihm er solle wählen.
Er wählte die schlanke Frau. Darauf meinte der Himmelsbote,
als Strafe für seine Wahl hat er zwar jetzt eine schlanke Frau die sich aber an alles Vergangene nicht erinnern kann.
Ich war beim Aufwachen sehr traurig.

C.W. 1999

Ich befinde mich aus jedwedem Traumszenario hinaus plötzlich auf einem Wegabschnitt, der von Gleisen gekreuzt wird. Ich muß über diese Gleise gehen, um meinen Weg weitergehen zu können, versuche die Überquerung auch in jedem Traum, bleibe aber wie magnetisiert auf einem der Gleise kleben, auf dem dann auch prompt ein Zug angerast kommt. Während ich mich verzweifelt winde und zappele, kommt der Zug immer näher. Doch ein Bruchteil einer Sekunde vor dem Aufprall kann ich mich mit einer Art Quantensprung auf die andere Seite des Gleises retten. Seltener werde ich auch überfahren, bin aber dann nicht tot, sondern plötzlich Teil des Zuges.
Manchmal ist es nur ein Gleis, das ich in dem jeweiligen Traum dann sehr oft überqueren werde oder es ist ein ganzes Gleisfeld, das ich überqueren muß. Ein Zug aber kommt immer.

A.d.A. 2019

Ich bin noch ein kleines Kind, ca sechs Jahre alt. Wir sind auf dem Land, so etwas wie eine Farm im Nirgendwo. Meine Familie, Mom, Dad und Schwester (ca. acht Jahre) fallen in einen alten Steinbrunnen. Ich versuche hinterher zu springen, werde aber wie von einer unsichtbaren Kraft daran gehindert. Je stärker ich es versuchen, desto stärker werde ich zurück gehalten.

K.W. 2019

Ich schaue aus dem Fenster. Sehe vergangene Grausamkeiten. Sarah kniet auf der Strasse und wird in den Hinterkopf geschossen. Als der Schuss sie trifft wird sie eine goldene Statue.  Jemand kommt und sammelt die Statue auf und tut sie in einen Sack. Es passieren noch andere Grausamkeiten. Ich sehe sie wie in den Nachrichten.  Sie reihen sich wie Filmsequenzen aneinander. Jedes Ereignis erstarrt am Ende zu einer goldenen Statue und wird eingesammelt. Irgendwann liegt der Sack auf dem Boden.  Er sieht aus wie der Sack aus dem Märchen ‚Tischlein deck dich‘. Plötzlich kommen Dollarscheine. Sie gehen aufrecht. Haben Arme und Beine. Sie schwingen Knüppel und schlagen auf den Sack.

C.S. 2010

Welcher Frieden mochte wohl darin liegen, mit einem Elefanten in einem Umschlag zu reisen? Von Kinderhänden durch die Welt getragen. Plötzlich kamen mir all die Tage verloren vor, an denen ich es für unwahrscheinlich gehalten hatte, dass ein Elefant in einen Briefumschlag passt.

C.S. 2010

Gleich einem Pendel schwankte der Stein unter mir. Langsam segelte das Kirchenschiff hinein ins nächtliche Afrika. Wie viele Sterne es gab! Auf den Wipfeln der Bäume wogten Vögel im Wind der Steppe. Ein Elefant brach durch das Unterholz und sah mir vom Ufer aus nach.