H.F., 2025

Glücklicherweise muss das schwere Bündel der Beeren nur im Traum durch den Wald bis zum Markt getragen werden. Denn auf dem Marktplatz findet die Feier mit Pflanzenmusik, Tanz und Gesang statt. Die Angebote der Preiselbeere sind traumhaft preisgünstig geworden. Sie kosten nichts mehr. Denn die Menschen sind ein gut Teil kleiner, nicht nur physisch, sondern auch im Sinne einer Reduktion ihrer übersteigerten Machtansprüche untereinander.

Es gilt die Devise, von heut auf morgen muss das alte Zahlungssystem annulliert werden! Von einem Tag auf den anderen ist das alte Geld nichts mehr wert. Freigeld und Schwundgeld sind angesagt. Kein Zinseszins geht mehr, keine Milliardenmöglichkeit des Hortens gillt mehr. Auch die militärische Gewalt wird in Pepes Traum aufgelöst, indem Soldaten nicht mehr dem Krieg, sondern dem Bäumepflanzen verpflichtet sind. An die Stelle globaler Gier und monopolistischer Ausbeutung tritt eine regionale Ökonomie, die von den „kleineren Menschen“ getragen wird, ganz im Sinne von Gebrauchswirtschaft und Regionalismus. Ein Lichtblick und Hoffnungsschimmer aus lang vergessener Vergangenheit…

In Pepes Traum wird niemand weiter gelinkt oder ausgebeutet… der Garten der Lüste ist hier tatsächlich zum Großen Garten der Naturallianzen geworden, in dem Arbeit wieder Freude bringt und das Gärtnern als Hauptberuf gilt. Säen, Ernten, Feste feiern. Die Menschen, klein wie Ameisen, sind gesund, kräftig und geistig erneuert und finden zurück zu matriarchalen Strukturen. Im Frühjahr liebt man sich auf den Feldern, wie in alten Zeiten, womit die alten Fruchtbarkeitsrituale wieder zum Tragen kommen. Potenziale der Sexualität als Quelle sozialer und geistiger Balance. Bei der patriarchalen Aggression wird deutlich: Sie ist nicht natürlich.

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