
Karo 2: Im Traum sehe ich in die glitzernden Bernsteinaugen der gleichnamige Schwester einer Ex-Freundin von mir. Das Traum-Ich fragt sich, warum es diese Trennung damals erfahren musste. Und dann ist da der Bezug zu der Ex-Freundin eines ehemaligen Mitbewohners: Karo. Schon einmal wurde ein Traum von ihr illustriert. Dieses (farbige) Traumbild hing lange Zeit an unserem WG-Mülleimer. Es war an einem umfunktionierten Pappkarton geklebt. Unsere Mitbewohnerin Tatjana hatte dieses Sinnbild für Traum-Entsorgung eines Tages weggeworfen. Darüber war zu mindestens ich sehr traurig. Dieser Verlust erinnerte mich an die traurige Erfahrung meines Großvaters, der als Kind seine Mutter Karolin Hebestreit verlor. Sie war künstlerisch gebildet gewesen und mein Großvater – zeitlebens zwischen Bindung und der stolzen Unabhängigkeit ringend- schlug in Berlin kurz die Karriere eines Males ein.
Wovon wohl mein Freund von seiner Karo geträumt hatte? Der Traum spiegelt jedenfalls unsere Verbundenheit in Bezug auf unsere Beziehung zu Frauen wider. Deswegen bin ich wohl auch so an der Familiengeschichte seiner Frau interessiert. Die beiden bewohnen das Haus ihres Vaters und in einer windigen Nacht sah ich die etwas unheimliche Pappel, die sich dort wogend an das alte Gemäuer schmiegt.
