J. L., 1999

ich befand mich auf einem, für west-deutschland typischen s-bahnsteig oder bahnhof (–> bahnhof verstehen!), alles high-tech, chromblitzend und sauber, glatt. da waren verkaufsstände, und ich beschloß, meine konsum- und weltflüchtige einstellung hinter mir zu lassen und etwas zu kaufen. tatsächlich fand ich auch gefallen an so manchen, was da feilgeboten wurde, vor allem wollte ich mit den verkäuferInnen reden, doch aber: an jedem verkaufsstand sprachen die leute eine jeweils andere sprache. es waren keine real gesprochenen, doch hatten sie alle eine eigene vollständige grammatik und syntax (fasziniert mich noch heute). die leute verstanden mich nicht und trotz meines guten willens, die leute zu verstehen begannen sie mich zu ignorieren. ich sprach nicht ihre sprache. dasselbe passierte mir, wenn ich passanten etwas fragen wollte. ich blieb auf mich angewiesen, rannte am ende von stand zu stand und versuchte immer verzweifelter ins gespräch zu kommen, bis ich resignierte. 

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