Vita
1977 Geboren in Hamburg
1998 Kunststudium in Karlsruhe bei
G. Kluge
2000 Szenographie an der HFG
Karlsruhe
2003 Theaterprojekte in Hamburg,
Thalia-Theater
2005 Diplom in freier Kunst, HfBK
Hamburg
2006 Kunstprojekt in Bremen „Tram
Con Action“
2007 Staatsexamen in Theologie und
Kunst
2009 Ende
des Referendariats
2010 Kunstlehrer in Altona und
Lüneburg
Ausstellungen (Auswahl)
2000 Gruppenausstellung „Corpus
Selecti“
2001 „Lex Avatar“ im
Bundesverfassungsgericht
2002 Div. Ausstellungen, Poly,
Karlsruhe
2004 „Mobile in Mobilis“,
Taubenstrasse
2006 Gruppenausstellung im Raum2,
Mannheim
2007 SKAM Raum „Seestücke“
2008 „Die Große Weltverschwörung“,
Berlin
2009 Gruppenausstellung „Skamend“
2010 Gruppenausstellung „100%
Frappant“
Herr Helle, wie
sind Sie auf die Idee gekommen Träume zu zeichnen?
Träume sind eine besondere Form der Erinnerung, der Traum selber ist nicht faßbar.
Bewusst nehme ich Träume als Traumerinnerungen war. Traumerinnerungen sind
nicht gleich dem erlebten Traum. Entscheidend ist, wie ich träume und wie
ich mit den erinnerten Träumen umgehe. Träume kann ich z.B. schnell
aufschreiben, Träume kann ich aber auch langsam aufschreiben, meinen
Assoziationen freien Lauf lassen und meine Gefühle dazu vermerken. In dem
Verhältnis zwischen den Assoziationen, die ich zu meinen Träumen habe und
den Traumerinnerungen offenbart sich worum es wirklich geht. Hier sehe ich
das Wesen des Traumes. Für mich können meine Traumzeichnungen dieses
Verhältnis aufzeigen.
Sie zeichnen Ihre eigenen Träume, um sie zu deuten?
Ja, wenn ich mir Zeit dafür nehme. Dadurch kann ich mich differenzierter,
komplexer wahrnehmen und Widersprüchlichkeiten in mir vereinigen.
Möchten Sie mit der Traumdatenbank ermöglichen, dass sich andere
differenzierter wahrnehmen können?
Das wäre schön. Natürlich werden Traumerinnerung, Traumerlebnis und Bild
nicht gleich sein und am Ende kommt es auf den Menschen an, ob er sich
dadurch differenzierter wahrnehmen kann oder nicht. Wenn jemand einen Traum
an die Traumdatenbank schickt, besteht die Möglichkeit das Traumerlebnis
noch mal zu betrachten und auch durch das Bild, das ich zeichne kann der
Traum erneut betrachtet werden.
Sie haben bereits in der Vergangenheit Projekte zu interaktiver Kunst
durchgeführt. Was bedeutet interaktive Kunst für Sie?
In dieser Bezeichnung liegt etwas widersprüchliches für mich. Ein Kunstwerk
hat für mich etwas wofür ich mir Zeit nehme, dass sich jedenfalls viel
weniger verändert als ich mich. Das Interaktive aber, z.B. ein Chatroom in
dem ein Text durch mehrere Autoren entsteht, ist Veränderung pur. Die
Kunst, im klassischen Sinn braucht Objekte, die ich lange anschauen kann, damit
sie in meinen Kopf wandern und dort lebendig werden. Die Zeichen der
medialen Welt muss ich hingegen schnell lesen und sie bringen mich dazu
etwas zu tun.
Jendrik Helle wurde interviewt von Tobias Düring
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